Polenfahrt 2016

Eindrücke von unserer diesjährigen Polenfahrt nach Breslau und Krakau

Marktplatz von Breslau

1. Tag: Nürnberg – Görlitz (440 km)

Nach einem Treffen mit ehemaligen Studienkollegen und einer Familienfeier starten wir über die A9 und A4 unsere Polenfahrt und schaffen es bis nach Görlitz. Dort sind wir auf einem Stellplatz bei einem Reiterhof.
Wir sind erstaunt, dass die Neiße als Grenzfluß die Stadt teilt. – Kleine Rundfahrt mit den Rädern durch die Stadt.

2. Tag: Weiterfahrt nach Breslau (183 km)

Auf der A4 erreichen wir mittags Breslau und finden dank des neuen Navis den Campingplatz Nr. 117 beim Stadtion Olimpijski auf Anhieb. Lediglich die Zufahrt war schwierig, weil in der Nacht ein Halbmarathon mit über 5.000 Teilnehmer stattfinden sollte und an der Einfahrt zum Platz der Start des Laufes war.
Entsprechend war die Beschallung bis weit nach Mitternacht mit Ansagen und Musik.
Der Platz liegt günstig, wir können in 20 Minuten die Altstadt mit dem Radl erreichen.
Der Stellplatz hat noch starkes sozialistisches Flair; er ist halt eben „polnisch“, meinte ein Camper.

3. u. 4. Tag: Erkundung der Kulturhauptstadt

Da heute Sonntag ist, erleben wir einen vollbesetzten Dom am Vormittag. Viele Kirchen und kirchliche Gebäude beherrschen das Stadtbild der Altstadt. Die meisten der Kirchen waren ja die letzten 450 Jahre protestantische Kirchen, die jetzt alle enteignet und zu katholischen Tempeln gemacht wurden. Durch die vielen Oder-Inseln ist Breslau ja als Venedig des Nordes bekannt.

Auf dem schönen Rathausplatz ist ein gerade ein Jahrmarkt. Wir genießen die sonnige Atmosphäre, die leider jäh durch einen Gewitterguss unterbrochen wird.
Zu Fuß erreichen wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Altstadt.

Leider sind fast alle Hinweistafeln nur auf polnisch. Überhaupt sehen wir so gut wie keinen Hinweis auf die „europäische Kulturhauptstadt 2016“. Das ist schade. So bleiben uns nur die spärlichen Informationen eines kleinen Reiseführers.
Nachmittags dann noch die Jahrhunderthalle mit den Parkanlagen gesehen.

5. Tag: Weiterfahrt nach Krakau – 280 km

Auf der A4 flotte Weiterfahrt nach Krakau – mitten durch das Bergbaugebiet von Kattowiz.

Der Campingplatz Smok – 4 km von der Altstadt entfernt – ist schön und ruhig gelegen. An der Weichsel entlang ein Radweg.

6. u. 7. Tag: Sehenswürdigkeiten von Krakau

Ganz anders als Breslau hat die Stadt ein eher italienisches Flair. Und überall lächelt einem Jan Pawel II entgegen!

Wir streifen durch die Gassen beim Rathausplatz, da die Marienkirche erst gegen Mittag geöffnet wird. Natürlich hat es Gerlinde der Marienaltar des Nürnbergers Veit Stoß angetan. Der größte Altar dieser Art ist sehr beeindruckend, vor allem, wenn man direkt in der 1. Bankreihe einen Platz bekommen hat.
Gelassen haben wir es hingenommen, dass wir in einer Pizzeria gegenüber den Tuchhallen nach einer Stunde wartens, schlichtweg vergessen wurden. Dafür wurden abends schöne Koteletts gegessen.
Auf dem Wawel, der Burganlagen und dem Heiligtum Polens mit seinen Königsgräbern ein schöner Blick auf die Stadt und den Fluß.

Am Donnerstag – dem BrExit Tag – haben wir das jüdische Viertel Kazimierz mit mehreren Synagogen erkundet.
Vor dem 2. Weltkrieg waren ein Viertel der Bewohner Krakaus Juden, daher auch die Größe und Vielfalt jüdischen Lebens hier.
Die Hitzewelle, die seit gestern ausgebrochen ist, verstärkt den Wunsch nach einem Bad in der Weichsel; doch das ist leider nicht möglich.
Wir suchen in der kürzesten Nacht des Jahres am Womo unsere Ruhe.

Was uns in Krakau auffällt – gegenüber Breslau: die Stadt ist viel touristenfreundlicher – die Informationen sind überwiegend auch in Englisch und bisweilen in Deutsch.

Tag Johannes des Täufers (8. u.9. Tag):

Wir brechen früh auf, um vor der Nachmittags-Hitze wieder deutschen Boden zu erreichen – 516 km durchgehende Autobahn A4 – A18.
Nördlich von Cottbus entdecken wir am Gross-See einen schattigen Platz und ein herrliches Badewasser. Wir entschließen uns, hier einen Ruhetag einzulegen.

Ein kleiner Nachteil: Der See liegt so in der Provinz, dass nicht einmal Handyempfang möglich ist. Daher bitten wir um Geduld und sind einmal nicht erreichbar.

10. Tag: Frankfurt an der Oder und ein Hilferuf aus Potsdam

Nach einer Gewitternacht geht’s am Sonntag weiter nach Frankfurt. Am Vormittag erreicht uns – nachdem wir wieder ONLINE waren – ein Hilferuf: unser Enkelkind ist erkrankt und bräuchte Oma und Opa als Tröster.

Wir brechen daher unsere geplante Fahrt zum Oderbruch ab und eilen nach Potsdam.

Damit hört auch die aktuelle Berichterstattung unserer schönen Polenreise auf. Wir bleiben noch in Mecklenburg/Vorpommern (Geburtstagsfeier), schauen in Quedlinburg vorbei, und sind Anfang Juli wieder zuhause.