Schweden-Fahrt 2012

Reiseverlauf (Klick/Link zu den jeweiligen Tagen) vom 14.6. bis 23.7.2012

Diaschau unserer Bilder 2012

1. Tag (14.6.2012): Greifswald/Sassnitz – Überfahrt – Trelleborg
2. Tag (15.6.): Trelleborg-Malmö
3. Tag (16.6.): Malmö
4. Tag (17.6.): Malmö – Helsingborg
5. Tag (18.6.): Helsingborg – Falkenberg
6. Tag (19.6.): Nach Göteborg
7. Tag (20.6.): Ruhetag in Göteborg
8. Tag (21.6.): Göteborg – Schärenküste
9-11. Tag (22.-24.): Mittsommer in Schweden
12. Tag (25.6.): Lysekil – Vänersborg
13. Tag (26.6.): Im Dalsland
14-15. Tag (27.6.): Zurück an den Vänersee
16. Tag (29.6.): Amal – Kristinehamn
17. Tag (30.6.): Zum Göta-Kanal
18./19. Tag (1.7.): Göta-Kanal zwischen Vänern und Vätternsee
20. Tag (3.7.): Karlsborg – Örebro
21. Tag (4.7.): Vom Hjälmar- zum Mälarsee
22. Tag (5.7.): Zum Wendepunkt: Uppsala
24. Tag (7.7.): Uppsala – Stockholm
25./26. Tag (8.7.): Besichtigungen in Stockholm
27. Tag (10.7.): Stockholm – Schloß Gripsholm
28. Tag (11.7.): Auf Tucholskys Spuren
29. Tag (12.7.): Gripsholm – Norrköping
30. Tag (13.7.): Norrköping – Insel Öland
31./32. Tag (14.7.): Inselerkundung – Festland Kalmar
33. Tag (16.7.): Kalmar – Karlskrona
34. Tag (17.7.): Karlskrona – Ystad
35. Tag (18.7.): Ystad – Dänemark – Fehmarn – Grossenbrode
36. Tag (19.7.): Grossenbrode – Celle
37. Tag (20.7.): Celle – Kassel
38. Tag (21.7.): Kassel – Regensburg
40. Tag (23.7.): Regensburg – München – Bischofswiesen


1. Tag (14.6.): Greifswald/Sassnitz – Überfahrt nach Trelleborg
Nach einem mehrtägigen Aufenthalt bei David und Annika in Greifswald (siehe 2010-Jungfernfahrt) Abfahrt um 12:45

Fahrt von Greifswald über Stralsund nach Sassnitz auf Rügen.
Überfahrt mit der MS Trelleborg in 4 Stunden, ruhige See. Gleich neben dem Fährhafen in Trelleborg liegt unser erster Stellplatz in Schweden. Wir finden in der 1. Reihe noch ein Plätzchen mit Meeresblick. Abendlicher Gang nach Trelleborg. Kurzbesichtigung des Rundburg-Nachbaus aus Wikingerzeit.

2. Tag (15.6.): Trelleborg – Malmö / 45 km – 1 h Fahrdauer (Km-Stand: 18.878)

Schöne Fahrt durch Skane (Schonen) mit Blick auf den Öresund und seiner neuen Brücke. Dort ist auch der First Camp Malmö****, wo wir eine Camping Key Europe-Karte für 140 Kr. erstehen, da in Schweden die CCI (Camping Card International) nicht akzeptiert wird. Die Schweden sind halt schon ein eigenes Völkchen.
Das neue Garmin-Navi hat uns prima geleitet, wollte uns allerdings partout immer wieder auf Radwegen direkt dorthin bringen – mehrere Versuche scheiterten, da der Platz in einem Parkgelände direkt am Strand liegt. Wolkenloser Himmel, dank eines kalten Nordost-Windes.

3. Tag (16.6.): Malmö – Stadtbesichtigung

Leichter Regen am Morgen – und ein Schreck: Fedor sah total „verschissen“ aus. Grund: Wir stehen unter einem herrlichen Baum, auf dem die vielen durchaus nett anzusehenden grau-schwarzen Krähen leider ihren Abort eingerichtet haben. So blieb uns nix anderes übrig, als die Spuren schleunigst zu beseitigen und auf den baumlosen Nebenplatz umzuziehen. Merke: Campiere niemals unter Bäumen!

Dafür dann im Sonnenschein mit den Rädern am Strand entlang nach Malmö (ca. 3 Km) – nettes Altstädtchen mit Jugendstil-Häusern. Dass es die drittgrößte Stadt Schwedens sein soll, merken wir gar nicht.

4. Tag (17.6.-Sonntag): Malmö – Helsingborg / 95 km – 1:50 h

Nach kurzer Fahrt sind wir schon in der alten Universitätsstadt Lund. Im fast 900 Jahre alten Dom erleben wir noch die Vorbereitungen eines Chores zum Gottesdienst. Eindrucksvoller Altarschrein. Neben der Kirche das weiße Universitätsgebäude – heute die größte Uni in Nordeuropa. Das wäre hier doch etwas für Davids Promotion – oder nicht? Leider treibt uns ein Regenschauer zu Fedor zurück.
Die Mittagszeit verbringen wir dann in Landskrona mit seiner Zitadelle. Gerlinde beeindruckt, dass die Gebäude u.a. bis 1940 als Frauengefängnis benutzt wurden – Ausbrechen zwecklos!
Fünf Kilometer vor Helsingborg erreichen wir direkt am Öresund an der schmalsten Stelle einen schönen Campingplatz. Wir stehen wieder direkt am Meer und können den Schiffen zusehen – reger Betrieb. Weiterhin bläst der Westwind, bringt manchmal kleine Regenwolken mit. Mit den Radln gehts am Spätnachmittag noch in die Stadt, die Jahrhundertelang den Scharmützeln zwischen Dänen und Schweden ausgesetzt war.
In kurzen Zeitabständen gehen die Fähren nach Helsingör. Wir staunen, wie schnell alles abläuft.

5. Tag: Helsingborg – Falkenberg / 172 km – 2:50 h

Bei wolkenlosem Himmel gehts nordwärts zunächst auf die Halbinsel Kullen (Nationalpark). Die letzte Strecke auf den 70m hohen Kullaberg steigen wir zu Fuß. Dort beeindruckt der lichtstärkste Leuchtturm Schwedens und die Weitsicht ins Kattegat (= niederländisch „Katzenloch“, wegen der vielen von Seefahrern gefürchteten Untiefen).

Auf der Autobahn E6 gehts zügig weiter, vorbei an Halmstad (Provinzhauptstadt von Halland). Wir staunen, dass die Gegend doch so hügelig ist. Kurz vor Falkenberg dann Skrea Camping (feiner Sandstrand mit Dünen), auf dem viele Wohnwägen stehen – wohl lauter Dauercamper, weil so gut wie niemand sichtbar ist.
Die geplante Radlfahrt ins Städtchen fällt buchstäblich ins Wasser, ein Duscherer hält bis zum Abend an. Und es wird etwas kühl! Daher greife ich erstmals zum Akvavit, damit ich mir ja keine Erkältung einhole!
Spiele-Runde: Rommikub – es geht beruhigenderweise unentschieden aus!

6. Tag: Nach Göteborg / 115 km – 1:30 h
Der nächtliche Regen mit ordentlichen Windböen hört morgens auf. Jetzt ist Fedor wieder blitzblank abgewaschen. Hat auch was! Vor der Abfahrt: Strandbummel in Falkenberg. Das wäre hier ein idealer Badeplatz, wenn es nicht so kalt wäre.
Es sind ja wirklich noch „Kurzstrecken“, die wir täglich zurücklegen. So kommen wir schon mittags am Lisebergsbyn Platz fast im Zentrum von Göteborg an. Mittlerweile wieder wolkenloser Himmel. An diesen raschen Wetterwechsel müssen wir uns noch gewöhnen.

Göteborg: Mit den Rädern gehts gleich weiter zur ersten Stadterkundung. Dank unseres DuMont-Stadtführers finden wir uns rasch zurecht. Vor der Tyska Kirka bekommen wir 10 kostenlose Powerdrinks – anscheinend sehen wir sehr durstig aus. Der Drink bläst meine Mittagsmüdigkeit weg. Abends wird am Fedor-Blog weitergeschrieben, da es hier kostenfreies WLAN gibt.

7. Tag: Ruhetag in Göteborg

Am Spätvormittag mit den Rädern wieder in die zweitgrößte Stadt Schwedens gefahren. Da uns das von Uhlmüller empfohlene Einkaufsparadies Ullared zu weit war, sind wir durch Göteborgs Shoppingmeile „Nordstan“ gezogen mit der Gewißheit, dass in Fedor kein Platz mehr für Nippes & Co vorhanden ist. Mittags leckeren Lachs gegessen, durch Parks den Rückweg angetreten und ausgeruht.

8. Tag: Göteborg – Kungälv – Marstrand Schärenküste

Bevor wir die landschaftlich reizvolle Schärenküste am Skagerak ansteuern, schauen wir uns in Kungälv die „Bohus Fästning“ an. Von der einstigen unbezwungenen Grenzfeste der Norweger ist nurmehr eine gewaltige Ruine übrig geblieben, die jedoch sehr eindrucksvoll ist.

Von Insel zu Insel gehts dann nach Marstrand, wo wir eigentlich den Rest des Sommers verbringen könnten. So schön hab ich die Schären am Übergang von der Ostsee in die Nordsee noch nie gesehen. Morgen suchen wir uns an dieser herrlichen Küste einen Campingplatz, wo wir den Mittsommer in Schweden „feiern“ können.

9.-11. Tag: Mittsommer in Schweden

Die Mittsommernacht verbringen wir in Lysekil, einem netten Fischerstädtchen auf einer Halbinsel. Diese erreichen wir mit einer kostenfreien Fähren-Überfahrt und wundern uns, dass viele Oldtimer mitfahren. In Siviks-Camping, zwischen Schärenfelsen gelegen, geht es schon mittags lautstark zu: mehrere „Rockergruppen“ haben den Platz „besetzt“ und es wird kräftig „vorgeglüht“. Die Mädels laufen ab dem Nachmittag mit Blumenkränzen im Haar herum. Gegen Abend setzt dann ein Mittsommer-Regen ein, der den alkoholisierten Leuten nix ausmacht: sie schütten weiterhin kräftig in sich hinein. Gegen halb drei morgens verstummen die Lautsprecher.

 

Der Wetterbericht sagt weiterhin „April-Wetter“ voraus, anstatt uns zum Baden zu animieren. Ein netter Schwede erklärt mir: Regen gehört zur Mittsommer einfach dazu. Wir ertragen alles gelassen.

Warum so viele Oldtimer auf dem Campingplatz und in der Stadt? Weil hier ein Cruising stattfindet, das wohl Leute aus der Region anzieht. Ich fühle mich um Jahrzehnte verjüngt beim Anblick der amerikanische Straßenkreuzer der 60er Jahre, alle toll heraus gewienert sind. Samstagabend werden dann die Alkoholreste vertilgt – es sind immer noch gewaltige Mengen.
Am Sonntag, 24. Juni (Gedenktag Johannes des Täufers) feiern wir einen schönen Gottesdienst in der Lysekil-Kyrka.

12. Tag: Zum Vänersee

Leider hat sich der Regen zu einem Landregen ausgeweitet. Fedors Heizung mußte aktiviert werden. Deswegen verlassen wir die Westküste und eilen dem Vänersee entgegen. In Vänerborg ein schöner Stellplatz am Hafen, und ein Hallenbad 50m entfernt, wo wir uns aufwärmen können.

13. Tag (26.6.): Von Vänerborg ins Dalsland nach Bengtsfors

Zunächst ein Zwischenhalt in Haverud, wo wir das meistbesuchteste Touristenziel der Region besichtigen: das Aquädukt über den Dalsland-Kanal, wo Straße, Eisenbahn und Kanal sich kreuzen. Diese Wasserbrücke mit den vielen Schleusen ist das Herzstück des Kanals, der ein Seensystem mit 245 km verbindet.
Hier müßte man Kanute und Fischer sein, dann könnte man wochenlang dieses herrliche Stück „Schweden in Miniatur“ entdecken mit Felszeichnungen und der größten Elch-Dichte (laut unserem Reiseführer).
In Bengtsfors beginnt Gerlinde mit ihrer Badesaison – Fedor ist es noch zu kalt!
Am Spätnachmittag dann wieder kräftige Regengüsse, der den Campingplatz leicht unter Wasser setzt. Selbst Schweden bekennen: solchen einen nassen Juni gab’s seit langer Zeit nicht mehr.

14./15. Tag (27.6.): Zurück an den Vänersee

Wir wären gern im Dalsland länger geblieben, doch angesichts der Nässe fahren wir weiter, nur 32 km zurück an den Vänersee und finden dafür in Amal einen wunderbaren Platz direkt am See – und wieder wärmenden Sonnenschein.
Wer international erfolgreiche Filme aus Schweden kennt, weiß mit diesem Ort gleich etwas anzufangen. „Raus aus Amal“ oder im Originaltitel „Fucking Amal“ wurde hier gedreht, als Kulisse für Einöde und Langeweile in der schwedischen Provinz. Wir finden es hier trotzdem schön.
Dank des Sonnenscheins eröffnet auch Fedor seine Badesaison – mit kühlen 14 Grad im See an einem netten Badeplatz (Örnäs Camping). Am Abend genießen wir ein Bach-Konzert in der hübschen Kyrka.
Der nächste Tag ist Waschtag, also Zeit zur Rekreation – innerlich wie äußerlich.

Seit 48 Stunden haben wir keinen Regen mehr. Am Horizont tauchen zwar immer wieder dunkle Wolken auf, die sich aber dann über uns in Wohlgefallen auflösen.
Beginnt jetzt der Sommer?

16. Tag (29.6.): Amal – Kristinehamn

Am Nordufer des Vänersees gehts über Karlstad (großer Dom und Kaffeeröstereien) nach Kristinehamn, wieder ein nettes Schwedenstädtchen. Wie immer am Gästehafen ist Fedor der einzige Deutsche unter den Schweden und Norwegern.

Zuvor haben wir einen echten Picasso bewundert. Seine größte Außenarbeit steht hier.

 

17. Tag (30.6.): Zum Göta-Kanal

Auf direktem Weg kommen wir zunächst nach Mariestad – wieder ist ein Dom zu besichtigen. Am Eingang des Göta-Kanals in Sjötorp schauen wir dem geschäftigen Treiben an den Schleusen zu. Leider werden wir bei einer Radltour entlang der Schleusen von oben „beschleust“ – doch die Klamotten sind im sonnenbeheizten Fedor gleich wieder trocken.

So alle zwei Stunden ändert sich das Wetter – mal Regen, dann Sonnenschein und wieder dunkle Wolken – halt Schwedenwetter.

18./19. Tag (1.7.-Sonntag): Göta-Kanal zwischen Vänern und Vätternsee

Ursprünglich wollten wir in der Mitte des Kanals zwischen den beiden Seen zwei Tage bleiben, um – wenn schon nicht mit dem Schiff, dann mit den Rädern – den Kanal zu erkunden. Doch das Wetter macht mal wieder einen Strich durch die Rechnung. So fahren wir mit Fedor auf Umwegen am Kanal entlang, schauen uns die historischen Schleusen in Hajstorp und Forsvik an, um dann gleich in Karlsborg zu nächtigen.
Das Festungsmuseum zeigt Schwedens Militärerbe in einer gigantischen Anlage; wir besichtigen es.

20. Tag (3.7.): Karlsborg – Örebro

Nach einem Morgenbad gehts nordwärts in die Provinzhauptstadt Örebro am Hjälmarsee, von dem wir leider nicht viel sehen. Das prächtige Wasserschloß mitten in der Stadt beeindruckt. Ebenso die Freizeitanlage/Camping Gustavsvik mit ihren 780 Stellplätzen, einer der größten Familien-Campingplätzen in Europa. Eine Nacht können wir es gut aushalten, dann wollen wir es wieder ruhiger haben.
Erste technische Ausfälle sind zu verzeichnen: bei meinem Radl mag die Gangschaltung nicht mehr und bei Gerlindes ist das Tretlager im A… – auch die hintere Fedor-Türe ist von außen nicht mehr zu öffnen (auch ein einstündiger Reparaturversuch brachte nix) – ein perfekter Einbrecherschutz, nur wir müssen umständlich von innen die Sache handhaben. Wenn weiter keine größeren Probleme mehr kommen, wollen wir zufrieden sein.

21. Tag (4.7.): Vom Hjälmar- zum Mälarsee

Wir nähern uns dem Wendepunkt unserer Schwedenreise: Uppsala. Doch zuvor muß Fedor noch auf den Jugendpfaden wandeln: Vor 45 Jahren war er mit dem CVMJ/KFUM schon in Västeras am Mälarsee. Das Städtchen von damals ist kaum mehr wiederzuerkennen. Nur der Dom und die hübschen alten Häusern um ihn stehen noch so wie damals.
So lange bin ich schon „Schwedenfan“!
Da am Camping in Västeras in dieser Woche gerade ein Oldtimer-Autotreffen mit 5000 Fans stattfindet, ziehen wir fluchtartig etwas westwärts.
Irgendwie verfolgen uns diese Amischlitten mit ihrem fürchterlichen Gestank.

In Enköping haben wir am Nachmittag wieder einen herrlichen Badetag auf dem Bredsand Camping – immer noch am Mälarsee.
Fedor läßt sich am späten Sommernachmittag sein Pfeifchen schmecken.

22./23. Tag (5.7.): Zum Wendepunkt: Uppsala

Nun sind wir (die Chorfahrt nach Eisenach mitgerechnet) schon vier Wochen mit Fedor unterwegs – und immer noch frischauf! Nach einem erfrischenden Morgenbad geht’s die letzten 60 Km zum Wendepunkt unserer Schwedenreise: Uppsala. Dann soll es wieder südwärts gehen.

Das Universitätsstädtchen (für David: erst 10 Jahre nach Greifswald gegründet) hat ja den größten Dom ganz Skandinaviens und ist als Krönungskirche der schwedischen Könige bekannt. Wir haben ganz in der Nähe der hübschen Altstadt einen preiswerten Stellplatz gefunden und Gerlinde will morgen noch auf den Spuren Carl von Linnes radeln.

Am nächsten Tag haben wir Gamla Uppsala besucht, ca. 5 km entfernt. Dort wurde neben alten Königsgrabhügeln der erste Dom erbaut. Nachmittags besichtigen wir die Uni-Bibliothek mit einer berühmten Handschrift: dem Codex Argenteus (Silberbibel), eine Übersetzung der Evangelien ins Gotische – wunderbare Arbeit! Auf dem Rückweg noch Linnes Garten gesehen.

24. Tag (7.7.) Ein Gruß an Matthias! Uppsala – Stockholm

Nur knappe 60 Km fahren wir am Flughafen auf Stockholm zu – direkt ins Centrum, weil wir gleich eine Stockholm-Card bzw. ein 72-Stunden-Ticket ordern wollen. Der Autoverkehr am Samstag war sehr erträglich, das Schloß haben wir schon mal umrundet.
Netter Camping 20 Min. mit der S-Bahn am Mälarsee, der aber hier kälter ist.
Am Spätnachmittag noch ein erster Trip nach Gamla Stockholm (Deutsche Kirche) und Schloßumrundung, diesmal zu Fuß. Fedor spürt sein royales Blut in sich wallen.

25. Tag (8.7./Sonntag) Ein weiterer herzlicher Gruß an Evi und Christine! Besichtigungen in Stockholm

Morgens leichte Nebelschwaden – ist das schon ein Herbst-Vorbote?
Die S-Bahn bringt uns bequem ins Zentrum. Mittags dann eine Führung im berühmten Stadthaus, wo die Nobelpreisträgen nach der Verleihung dinieren und das Tanzbein schwingen.
Dann hinüber ins Vasa-Museum.

Was ich 1967 noch im Stadium der Konservierung sah, ist jetzt ein gigantisches Museum. Das hätte sich der alte Gustav Vasa auch nicht träumen lassen …

26. Tag (9.7.)
Wir sind es heute geruhsam angegangen: erst nochmals ein Bummel durch Gamla Stan, dann eine fast zweistündige Schifferlfahrt durch die Kanäle und unter die Brücken/Schleusen, dann einen gemütlichen Rundgang durch den Skansen. Den diensthabenden Elch haben wir beim Mittagsschlaf erwischt.
Morgen kommt dann der Rest der Hauptstadt, bevor wir südwärts aufbrechen.

27. Tag (10.7.) Stockholm – Schloß Gripsholm

Am Vormittag ein letzter Stadtbummel, Musikhaus (wo die Nobelpreise verliehen werden), Shoppingmeile, Schloß und Gamla Stan.
Nachmittags dann Aufbruch zum Gripsholm-Schloß, wo wir in Mariefred einen netten Badeplatz am Mälarsee entdecken – aber auch dunkle Wolken, die kräftig was ausschütten. Gummistiefel wären für diese Reise angesagt gewesen!

28. Tag (11.7.) Auf Tucholskys Spuren

Zunächst eine ausgiebige Besichtigung des wohl prächtigsten Vasa-Schlosses: Gripsholm.
Es ist schon wundersam, wie man bei „Königs“ gelebt hat. Für Gerlindes Literaturfreunde (die wissen das ja eh!): 1929 ging Kurt Tucholsky dort ins Exil, schrieb 1931 seinen gleichnamigen Roman und liegt dort seit 1935 auf dem Friedhof begraben.
Nachmittags schauen wir noch die Provinzstadt Strängnäs mit netten gamla Häusern an. Ein Bad beschließt den Tag.

29. Tag (12.7.) Gripsholm – Norrköping

Diesmal führt uns eine gemütliche Landstraße quer durchs Land auf direktem Weg zunächst nach Nyköping in Ostseenähe. Die Mischung aus Wald, Wiesen, Wasser macht diesen Landstrich so sympathisch.
Am Nachmittag dann Norrkoping – eine alte Industriestadt besichtigt. Mitten in der Stadt fällt da ein Flüßchen gewaltig ab und war Energiespender für vergangene Industriezeiten. Etwas südwärts endet ja auch der Göta-Kanal, den wir schon kennen gelernt haben.
Was gibts von uns zu berichten: alles wohlauf, keine weiteren Vorkommnisse und Malheurs sind zu verzeichnen.

30. Tag (13.7.) Norrköping – Insel Öland

Auf der E22 gehts 180 km direkt südwärts nach Oskarshamn, wo wir die Fähre nach Öland um 14 Uhr noch bekommen. Nach guten 2 Stunden Überfahrt bei Sonnenschein erreichen wir mit dem Leuchtturm Lange Erik die Nordspitze und bekommen einen Stellplatz am Böda-Hamn.
Wunderbarer Sandstrand lockt zum Badevergnügen. Doch das Wetter spielt nicht mit.
Eine Brandmail erreicht mich aus Fischen: Urlaubspfarrerin ist erkrankt, ob ich im August die Urlaubsvertretung im Allgäu machen kann? Na klar, lieber Helmut!

31./32. Tag (14.7.) Inselerkundung – Festland Kalmar

Unfreundlich feuchtes Wetter weckt uns – keine Badesonne! So packen wir die Sachen und fahren die 140 km lange Insel ab bis zur Südspitze (Lange Jan/Vogelwarte), wo wir eigentlich bleiben wollten. Doch dunkle Wolken vertreiben den Gedanken, sodass wir doch gleich über die Brücke Ölandsbron (6 km) nach Kalmar wieder ans Festland weiterfahren.
Dort bleiben wir die nächsten beiden Tage (Sonntag) auf einem schönen parkähnlichen Campingplatz.
Am Sonntag erleben wir einen musikalisch ansprechenden Gottesdienst. Der Pfarrer rahmt seine Predigt mit zwei Liedern ein, die er mit schöner Stimme singt und sich dabei selbst am Klavier begleitet.

33. Tag (16.7.) Kalmar – Karlskrona

In gut 1 1/2 Stunden sind wir weiter südwärts gefahren, um uns Karlskrona, die UNESCO-Weltkulturerbe-Stadt anzusehen.
Es ist Schwedens Marinestützpunkt und wirklich sehenswert.

34. Tag (17.7.) Karlskrona – Ystad

Immer wieder zwingt uns der Regen, unsere Reiseziele kurzfristig zu ändern. Heute haben wir eine kleine Odyssee hinter uns: ein undefinierbarer Stau auf der B19 mit gewaltigen Umleitungen, ein überfüllter Campingplatz, abenteuerliche Fahrt durch ein Militärsperrgebiet (das Navi wollte da unbedingt durch!) und im 2 Stunden-Rhythmus Regen und Wolken – die Sonne machte sich rar.
So sind wir gleich in Wallanders Ystad am Hafen angekommen und beschließen hier, unsere Schwedenfahrt zu beenden – was das Land betrifft. So werden wir morgen über die Öresundbrücke noch einige Tage in Dänemark bleiben – soweit der Regen es zuläßt.

35. Tag (18.7.) Ystad – Dänemark – Fehmarn – Grossenbrode

Nach kurzer Wegstrecke kommen wir zur Öresundbrücke und genießen die herrliche Brückenüberfahrt. So schnell geht es nach Dänemark!
Auf Seeland wollten wir einen netten Campingplatz ansteuern, wie er im ADAC-Führer drinnen stand. Wie wir dort ankommen, stellen wir fest, dass über 1.000 Leute dort sich aufhalten. Schleunigst fahren wir weiter – warum nicht gleich wieder in heimatliche Gefielde? Aufziehende Regenwolken bei der Überfahrt über den Fehmarn-Belt. Im Regen finden wir nach der ersten Abfahrt von der Vogelfluglinie einen Stellplatz in Grossenbrode. Alles sieht hier im Regen trostlos aus. Uns tun die Leute richtig leid, die hier „ausharren“ müssen.

36. Tag (19.7.): Grossenbrode – Celle

Nun soll es endgültig südwerts gehen. In der Nähe von Hamburg treffen wir uns mit Annika und ihren Eltern zum Mittagessen. In Trittau „tritt“ sie ihr Referendariat an – nettes Städtchen.
Dann gehts weiter zum Stellplatz in Celle an der Badelandschaft, den wir schon vom Vorjahr kennen.
Leider hat das Hallenbad geschlossen, wegen Jahresrevision. Dafür gibt es ein beheiztes Freibad, das schon um 6 Uhr früh öffnet – gerade recht für uns.

37. Tag (20.7.): Celle – Kassel

So baden wir bei Sonnenschein am frühen Morgen in Celle um uns dann auf den Weg zu machen: ab nach Kassel. Auf dem dortigen Stellplatz erleben wir wieder Deutsches Unwesen.
Der städtische Stellplatz liegt direkt neben einem Campingplatz – günstige Lage zur Dokumenta. Doch das Mitbenützen der Toiletten ist uns verboten. Sogar noch abends wurde kontrolliert und Gerlinde wurde harsch zurück geschickt. In Schweden ist uns soetwas nie passiert!
Nachmittags Stadtbesichtigung mit dem Rad – uns genügen die Dokumenta-Installationen im Park.

38. Tag (21.7.): Kassel – Regensburg

Schon bald vor Fulda – wo wir eigentlich noch eine Nacht bleiben wollten – beginnt es wieder stark zu Regnen. Was tun? Dann fahren wir halt durch bis „Regen“-sburg – dort wartet wenigstens Tochter Ruth mit Umzugskartons auf uns.
Dass wir dann noch am Sonntag 22.7. ihre Sprecherzieher-Master-Abschluß-Feier miterleben durften, war eine ganz von ihr verschwiegene Sache.
So lassen wir unsere fast 40tägige Reise ausklingen.

40. Tag (23.7.): Regensburg – München – Bischofswiesen

Nun wittert Fedor „Stallgeruch“ und es drängt ihn nach Hause. Einen kurzen Schlenkerer über München und dann in die heimische Box.

Bis zur nächsten Ausfahrt am 21. August ins Allgäu gibt es noch einiges zu erledigen:

  • Austausch der Windschutz-Scheibe (Kostenfaktor 743 €)
  • Unterboden-Schutz mit Wachs
  • Reparatur der Hecktüre
  • Gasprüfung und Dichtigkeitsprüfung (damit das Wasser nicht immer im Schrank steht!)
  • Umbau des rechten Stauraumes